Herbsttage in Südtirol – Törggelen und Wandern in Schenna

Auf unserer Bucket List stand schon seit einigen Jahren das „Törggelen“ in Südtirol. Und da das Törggelen nur in den Monaten Oktober und November ein Brauch in Südtirol ist, haben wir uns im letzten Jahr endlich aufgemacht, um ein paar Herbsttage in Südtirol zu genießen. Falls ihr den Begriff „Törggelen“ nicht kennt,  ich werde im Laufe des Beitrages darüber erzählen.

Ein Urlaubsort war schnell gefunden, denn wir wollten in die Nähe von Meran. Bei durchschnittlich 300 Sonnentagen im Jahr, hielten wir es für sehr wahrscheinlich, dass auch wir im Oktober noch ein paar Sonnentage abkriegen. Und so war es dann auch…

Schenna liegt auf einem sonnigen Hochplateau direkt über Meran. Das milde Klima sorgt dafür, dass man hier vom Frühjahr bis in den Spätherbst aktiv sein kann. Es gibt unzählige Wanderstrecken in allen Schwierigkeitsgraden und Höhenlagen, grandiose Mountainbiketouren und viele Möglichkeiten, um einfach nur zu entspannen. Und was wir nicht unwichtig finden, egal wo hin ihr euch auch dreht, traumhafte Aussichten…

 

Ein toller Einstieg, um Schenna und die Umgebung kennenzulernen, ist eine Wanderung auf dem Wiesenweg.

Dieser entspannte Rundwanderweg führt euch mitten durch Apfelplantagen um den Ort herum. Ihr lernt den Ortskern kennen, ebenso das Mausoleum, das Schloss, die Kirche und die wunderschöne Landschaft. In unserem Reisezeitraum war die Apfelernte gerade größtenteils abgeschlossen, aber in einigen Plantagen war die Ernte noch in vollem Gange. Ihr seid ständig versucht, einen dieser prallen, blitzend roten Äpfel von seiner grünen Blätterpracht zu befreien und beherzt zuzubeißen…

 

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Wiesenweg rund um Schenna

Eine traumhafte Lage in den Apfelplantagen hat der Feldhof in Schenna. Fantastische Aussichten auf Meran, Dorf Tirol und die umliegende Bergwelt sind garantiert.

Wir hatten uns in dem kleinen Hotel, das etwas außerhalb von Schenna liegt,  in ein Appartement eingemietet. Es gibt hier aber nicht nur Appartements sondern auch Hotelzimmer. So habt ihr die Möglichkeit euch selbst zu versorgen, oder auch das Frühstück im Haus einzunehmen. Nachmittags gibt es frisch gebackenen Kuchen, so dass ihr euch nach einer Wanderung auf der Terrasse oder im Wintergarten einen Kaffee schmecken lassen könnt. Eine kleine Bar lädt abends noch auf einen leckeren Absacker ein. Auf Bestellung gibt es abends auch eine Kleinigkeit zu essen.

Ein Pool, malerisch unter Apfelbäumen und Palmen gelegen, bietet die Möglichkeit herrlich zu entspannen. Dabei könnt ihr die schöne Aussicht auf das oberhalb vom Feldhof gelegene Schloss Goyen genießen. Kein störendes Geräusch ist  zu hören, da der Feldhof etwas abseits liegt.

 

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Feldhof

 

Direkt vom Haus aus, könnt ihr zu wunderschönen Wanderungen aufbrechen…

Eine tolle Möglichkeit ist der Schenner Waalweg.

Vom Parkplatz des Feldhofes geht es nach rechts in Richtung Schloss Goyen. In Höhe des Schlosses findet ihr an einem unbewohnten Hof eine Wegkreuzung. Hier haltet ihr euch links und wandert durch die Apfelplantagen in Richtung St. Georgen. Ihr erreicht eine Hauptstraße mit einer Spitzkehre. Dieser folgt ihr bis zum Moserhof (Hotel/Restaurant). Gegenüber des Moserhofes (Bushaltestelle) geht es steil bergauf in Richtung des Waalweges. Wunderschöne Aussichten auf St. Georgen und Meran lassen euch die Anstrengung des Anstiegs vergessen. Nach einiger Zeit erreicht ihr dann den eigentlichen Waalweg.

Von nun an geht es auf einer Höhe an dem Waal entlang. Waale sind Bewässerungskanäle die zur Bewässerung der Felder angelegt worden sind. Der Schenner Waalweg selbst ist nur ca. 1,5 km lang und geht durch Obstplantagen und Waldstücke. Dabei sind euch traumhafte Aussichten gewiss. Möglichkeiten zur Einkehr findet ihr auch. Wir haben uns einen köstlichen frischen Taubenmost im Brunjaunhof gegönnt, bevor es in Richtung Talstation der Taser-Seilbahn ging. Zum Ende des Waalweges geht es über die „Katzenleiter“ noch einmal steil hinauf. Die Katzenleiter ist eine schmale Treppe, die aus Steinen gelegt wurde. Wenn ihr diese überwunden habt, geht es durch den Wald bis zur Talstation der Taser-Seilbahn. Von hier aus habt ihr diverse Möglichkeiten wieder in Richtung Schenna Mitte und Feldhof zu wandern.

Länge der Strecke: ca. 6,5 km

Dauer: ca. 2,5 Stunden (mit Aussicht genießen)

Höhenmeter bergauf: ca. 290 m

 

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Zuweg zum Schenner Waalweg, Blick auf St. Georgen
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Blick auf Dorf Tirol

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Suser (Traubenmost, 1% Alkohol)

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Blick auf Schenna und im Hintergrund Dorf Tirol

Zu dieser Jahreszeit sollte man nach einer Wanderung unbedingt noch Törggelen. Klar, dass wir uns das nicht haben nehmen lassen…

Das Törggelen ist ein uralter Brauch in Südtirol. Törggelen leitet sich von dem Wort Torggl ab, was Weinpresse bedeutet. Ursprünglich war das Törggelen ein Festmahl, dass die Winzer mit ihren Erntehelfern nach getaner Arbeit abgehalten haben. Dabei wurde Suser (Traubenmost) und der neue Wein (Nuier) gekostet. Die für Südtirol typischen Edelkastanien (Keschtn) durften als Nachspeise nicht fehlen.

Genauso ist es auch heute noch. Eine deftige Gerstelsuppe (Graupensuppe) als Vorspeise, dann gehts weiter mit Surfleisch (gepökeltes Fleisch), Würstchen und Sauerkraut mit Knödel als Hauptgang.  Dann gibt es als Nachspeise neben den Kastanien noch Krapfen.

Bei den Krapfen mussten wir dann streiken,  denn ihr könnt euch vorstellen, dass man irgendwann nur noch kugeln möchte.

Getörggelt in den Monaten Oktober und November.  Nach einer Wanderung kehrt man in eine der gemütlichen Buschenschänken oder in urigen Gasthöfen ein und genießt den Abend bei den neuen Weinen und einem deftigen Mahl.

Allerdings solltet ihr im Vorfeld immer klären, wo ihr törggelen könnt und dann einen Tisch reservieren. Dieser alte Brauch ist mittlerweile bei Einheimischen und Urlaubern so „in“, dass Vorbereitung nicht schadet.

 

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Gasthof Köstenthaler

 

Neben Wandern und Genießen, stand bei uns auch Entspannen hoch im Kurs…

 

 

Ihr sucht weitere Informationen, dann schaut mal hier.

https://www.merano-suedtirol.it/de/schenna.html

 

*Die Reise ist komplett von uns privat finanziert worden. Wir berichten hier nur von unseren persönlichen Erfahrungen.

 

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