Der rote Faden in Hannover – Tipps um die Stadt auf eigene Faust zu entdecken

Einmal im Jahr treffen wir uns mit Freunden, die im schönen Landkreis Teltow Fläming leben. Für dieses Jahr hatten wir ein Treffen geplant, dass in der geografischen Mitte unserer Wohnorte liegen sollte. So kam es, dass der rote Faden in Hannover für ein Wochenende wie am Schnürchen sorgte. Wir haben euch viele Informationen und Tipps rund um Hannover und den roten Faden mitgebracht.

Da wir über das Pfingstwochenende unterwegs waren, wollten wir uns den üblichen Feiertagsstau auf Deutschlands Autobahnen nicht antun und haben uns das erste Mal für eine Anreise mit der Bahn entschieden. Und ich kann sagen, dass wir positiv überrascht waren. Wir sind entspannt und gut gelaunt in Hannover angekommen. Unser Gepäck wurde nur kurz im Hotel deponiert und schon ging es auf Erkundungstour.

Tipps für Hannover: Der rote Faden – hier läuft es sich wie am Schnürchen

Hannover kann man ganz klassisch bei einer Stadtrundfahrt oder einem geführten Stadtrundgang erkunden. Aber Hannover bietet zusätzlich eine besondere Art des Stadtrundganges an. Wenn ihr, so wie wir, gerne unabhängig und im eigenen Tempo unterwegs seid, dann ist „Der rote Faden“ auch etwas für euch.

Der rote Faden ist ein ca. 4,2 km langer Rundweg durch die Innenstadt Hannovers. Er führt an historischen Sehenswürdigkeiten vorbei, zeigt architektonische Highlights und lädt an gemütlichen Plätzen zum Verweilen ein.  Ihr müsst einfach nur den auf Gehwegen und Straßen aufgemalten roten Linien folgen. Der Startpunkt ist die Touristeninformation, die gegenüber des Hauptbahnhofes liegt. Dort könnt ihr auch einen kleinen Pocket-Guide zu einem Preis von 3 Euro erwerben. Dieser persönliche Reiseführer hält Wissenswertes zu Hannover und zu den 36 Stationen des roten Fadens bereit. 

Die einzelnen Stationen sind übrigens nummeriert und die Zahlen auf dem Boden aufgemalt. So wisst ihr jedes Mal, wann es wieder etwas zu bestaunen gibt. Wir haben einen „Touren-Guide“ 😉 bestimmt und der hat dann die geschichtlichen Erklärungen oder witzigen Anekdoten zu der jeweiligen Sehenswürdigkeit vorgelesen. Dabei ist auf jeden Fall viel mehr Spaß aufgekommen, als bei einer geführten Tour. Witzige Kommentare, Recherchen im Internet, interessante Besichtigungen, eine eigene Zeiteinteilung, gemütliche Pausen an schönen Fleckchen und einladenden Gastronomiebetrieben oder die Suche nach dem nächsten Punkt… diese Art eine Stadt zu erkunden hat etwas.  

Die Flaniermeile Hannovers liegt direkt am roten Faden

Wir haben uns in der Reihenfolge ganz unserem kleinen und gedruckten Guide angepasst. Und so ging es an der Oper vorbei zunächst über die Georgsstraße. Die Georgsstraße ist eine elegante Flaniermeile und ein Einkaufsparadies für die gehobenen Ansprüche. Wir haben an diesem Tag aber weniger auf die Shoppingmöglichkeiten geachtet. Der Christopher Street Day startete mit seiner Auftaktkundgebung am Opernplatz und die Demo formierte sich auf der Georgsstraße. Klar, dass es so im größten Getümmel viel zu Sehen gab.

Interessante Perspektiven – die Aegidienkirche

Sehr viel entspannter und ruhiger wurde es dann an der Aegidienkirche. Eigentlich ist dieses mittelalterliche Gotteshaus nur noch eine Ruine. Bei einem Bombenangriff im Krieg blieben von der Aegidienkirche lediglich der Turm und die Außenmauern stehen. Damals hat man sich entschlossen die Kirche in diesem Zustand als Mahnmal und Gedenkstätte in dieser Form zu belassen.

Architektonische Gegensätze – die Nord LB und das Neue Rathaus

Ein paar Meter weiter hat man dann gleich zwei krasse architektonische Gegenteile im Blick. Zum Einen ragt das imposante Verwaltungsgebäude der NordLB als verschachtelter Glaspalast in den Himmel und daneben wird der Blick auf das im Neorenaissance-Stil errichtete Neue Rathaus frei.

Das Neue Rathaus – auf 6026 Pfählen steht es sich gut

Das Neue Rathaus ist das Wahrzeichen der Stadt Hannover und wirklich wunderschön anzuschauen. Das Fundament des Neuen Rathauses bilden 6026 Buchenpfähle die beim Bau in den sumpfigen Untergrund eingelassen werden mussten.

Die in 43 m Höhe liegende Aussichtsplattform der Kuppel ist übrigens mit einem Bogenaufzug zu erreichen, der als technische Rarität gilt. Von hier oben soll man einen fantastischen Blick über Hannover haben.

Tipps für Hannover: Da die Auffahrt mit dem Aufzug etwas Besonderes ist, müsst ihr hier Wartezeiten einplanen.

Turmauffahrt in der Sommersaison:

Anfang März bis Anfang November 

Mo. – Frei. 9.30 – 17.30 Uhr

Sa./So./feiertags 10.00 – 17.30 Uhr

Wir hätten eine Wartezeit von 45 Minuten in Kauf nehmen müssen. Wir haben uns in diesem Fall dagegen entschieden, da wir den schönen Tag lieber im Freien genießen wollten. Eine Besichtigung von innen ist aber auf jeden Fall lohnenswert. Allein der Blick in 38 m hohe Rathaushalle ist sehr imposant.

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Rathaushalle

Tipps für Hannover: Verpasst auf keinen Fall einen Bummel durch den Maschpark und den Blick vom Maschteich in Richtung Neues Rathaus.

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Maschteich mit Blick auf das Neue Rathaus
Maschteich mit üppiger Lavendelbepflanzung in Hannover, das Neue Rathaus in Hannover

Im Rathaus findet ihr übrigens auch ein Bistro mit einer sonnigen Außenterrasse und einem romantischen Blick über den Maschteich. Von hier aus könnt ihr entweder weiter dem roten Faden folgen oder ihr macht einen Abstecher zum Maschsee. Dieser ist fußläufig nur ca. 10 Minuten entfernt.

Tipps für Hannover: unbedingt eine kleine Auszeit am Maschsee einplanen

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Maschsee

Wir haben uns den Maschsee für den nächsten Tag aufgespart und sind dem roten Faden in Richtung Leineschloss mit seiner venezianisch anmutenden Leineschlossbrücke gefolgt. Im Leineschloss befindet sich heute der Niedersächsische Landtag.

Auch das Leineufer liegt direkt am roten Faden und hat viel zu bieten

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Niedersächsischer Landtag – das Leineschloss
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Hohe Ufer

Dann geht es am Ufer der Leine entlang bis uns drei bunte Nanas in die Augen stechen. Die üppigen Figuren mit ihren leuchtenden Farben sind witzig anzusehen und sorgen dafür, dass sie zu den begehrtesten Fotomotiven Hannovers gehören. Aber nicht nur die Skulpturen sind uns aufgefallen, sondern auch einige Flohmarkt-Stände die gerade abgebaut wurden. Unser schlaues kleines Heftchen wusste zu berichten, dass hier samstags immer Deutschlands ältester Flohmarkt aufgebaut ist.

Tipps für Hannover: Besucht Deutschlands ältesten Flohmarkt

Wir hatten zwar noch die Möglichkeit ein paar Stände zu bewundern, aber wenn ihr Schnäppchenjäger seid, solltet ihr die Zeiten dieses Kult-Flohmarktes berücksichtigen.

Sommer: 8 – 16 Uhr, Winter: 9 – 15 Uhr

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Nikis bunte Weiber

Der rote Faden in Hannover führt direkt in die gemütliche Altstadt

Jetzt ist es nur noch ein kurzes Stück und wir erreichen den Ballhof und die kleine Altstadt Hannovers. Unzählige Restaurants, Cafes und Kneipen laden hier ein, das rege Treiben vor der gemütlichen Fachwerkkulisse zu beobachten. Die Fachwerkgebäude der feinen Altstadt wurden übrigens nach dem Krieg in den verschiedenen Straßen Hannovers abgebaut und hier zusammenhängend wieder aufgebaut.

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Ballhof Hannover
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Altstadt Hannover

Der rote Faden in Hannover ist in 1,5 Stunden zu erlaufen, wenn ihr einfach nur die Punkte abarbeitet. Ihr könnt aber genauso gut einen ganzen Tag unterwegs sein, wenn ihr Rathaus, Museen u. s. w. besichtigt und euch kleine Auszeiten nehmt. Dazwischen ist alles möglich. Es liegt allein an jedem selbst… Mehr zu dem roten Faden und Hannover findet ihr bei www.visit-hannover.com .

Tipps für Hannover: Wenn ihr Pizza liebt, dann solltet ihr bei Francesca & Fratelli einkehren. Die hausgemachte Pizza aus dem Steinofen war ein Träumchen

Die Reise wurde von uns komplett privat finanziert und wir möchten nur über unsere positiven Erfahrungen berichten.

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