Nordseeküste – Tipps für ein Wochenende mit Küstenglück und Inselfeeling

Vor einigen Jahren habe ich meiner Mutter einen Wochenendausflug geschenkt und dieser Kurztrip hat uns beiden soviel Freude bereitet, dass solch ein Mutter-Tochter-Wochenende nun seit einigen Jahren zum festen Bestandteil der Reiseplanungen geworden ist.

In diesem Jahr geht es an die Nordseeküste. Wir haben uns für Esens, eine malerische Kleinstadt im ostfriesischen Landkreis Wittmund, entschieden. Nur ca. 4 km von Esens entfernt liegt das Nordseeheilbad Bensersiel, ein Ortsteil von Esens. Hier kann man nicht nur am Strand entlang bummeln oder Wattwanderungen unternehmen, sondern mit dem Schiff wunderbare Tagesausflüge auf die Insel Langeoog machen. Langeoog ist eine der ostfriesischen Inseln, die nebeneinander aufgereiht vor der niedersächsischen Festlandküste liegen. Die ca. 20 km² große Insel liegt zwischen Watt und Meer und bietet einen 14 km langen, natürlichen Sandstrand, eine wunderschöne Dünenlandschaft und einen reizvollen Ort. Da die Insel autofrei ist, ist man dort entweder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder der Kutsche unterwegs.

Also habe ich am vergangenen Wochenende mein Auto nicht nur mit meiner Reisetasche, sondern auch mit meiner Mutter beladen und schon können wir in ein Wochenende zu Zweit starten.

 

Nordseeküste Tipps, Esens, Marktplatz

 

Nach 3 Stunden Autofahrt, leider im Regen, erreichen wir unser Ziel. Wir haben uns für eine kleine Pension entschieden, die durch den Namen „Landhaus Lillesand“ skandinavien Flair erwarten lässt. Wir werden von dem Inhaber herzlich und locker begrüßt und bekommen sofort eine kleine Ortserklärung. Unser Zimmer mit dem Namen “ La Ninia“  ist in der Tat skandinavisch schlicht eingerichtet und wir haben einen schönen Blick auf die blühenden Bäume im Garten. Der Zimmername „La Ninia“ überrascht uns allerdings, denn er passt so gar nicht zu „Lillesand“. Aber wir erfahren schnell, dass die Wurzeln des Eigentümers in Norwegen, Deutschland und Spanien zu suchen sind und in diesem kleinen Landhaus vereint werden. Und das ist in der Tat so… skandinavische Schlichtheit trifft auf südländische Entspanntheit.  Wenn ihr es unkonventionell und einfach liebt, dann seid ihr hier genau richtig! Sucht ihr Komfort und Kulinarik, dann solltet ihr euch für ein anderes Haus entscheiden.

 

 

Nachdem unsere Utensilien im Zimmer verstaut sind, geht es, mit Regenschirm bewaffnet,  zu einem Stadtbummel durch Esens. Unsere Unterkunft hat eine tolle Lage und nach ca. 500 m Fußmarsch sind wir auch schon in der Stadtmitte. Eine Straße mit kleinen süßen Lädchen und vielen bunten Schildern bringt selbst in einen Regentag Farbe. Diese kleine Flaniermeile ist die Butterstraße, in der in früheren Zeiten Handwerksmeister lebten und arbeiteten. Heute haben sich hier Kaufleute zusammengetan, die durch gute Ideen und ein wenig Kunst Farbe und Leben in ihre kleine Straße bringen. In diesem Jahr steht die Butterstraße unter dem Motto „Flower Power“. Deshalb findet man hier, neben hübsch bepflanzten Blumenkübeln,  auch die Stelen mit bunten Blumenmotiven. Heimische Künstler haben diese Stelen entworfen und an den alltäglichen Straßenbegrenzungen befestigt, sorgen sie jetzt für ein fröhliches und einladendes Straßenbild.

 

Nordseeküste Tipps, Esens, Butterstraße

 

Langsam verziehen sich die Regenwolken und wir können die Innenstadt, die aus vielen kleinen Fußgängerzonen besteht, erkunden. Dabei stolpern wir immer wieder über Bären, die farbenfroh in der gesamten Stadt verteilt, ihr Dasein fristen. Im „BärenHaus“ dreht sich alles ums Naschen und Backen und selbstverständlich um leckere Bären. Da ist es schon schwer den süßen Verführungen nicht komplett zu erliegen. In der Nähe der Kirche entdecken wir eine Bärenstatue. Und hier findet sich auch die Erklärung des bärigen Treibens. Der Bär ist das Wahrzeichen und Wappentier von Esens. Die Geschichte erzählt, dass im Mittelalter der Tanzbär eines fahrenden Musikanten die Stadt bei feindlichen Auseinandersetzungen gerettet hat. Und so ist der Bär zum Wappentier von Esens geworden.

 

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Man sollte bei einem Stadtbummel unbedingt die Augen offen halten. In der hübschen Altstadt mit einem gemütlichen Marktplatz, der von vielen alten und bunten Häusern gesäumt wird, findet man viele nette Cafes, Kneipen und Restaurants, die zum Verweilen und Genießen einladen. Viele kleine Gassen und Winkel sorgen aber dafür, dass so manches lauschige Plätzchen nur durch Zufall entdeckt wird. So auch die urgemütliche Teediele, die Stadt-Schkür, in der wir eine kleine Teepause eingelegt haben. Während ihr eine ostfriesische Teezeremonie abhaltet, könnt ihr viel Bestaunen. Die umgebaute Scheune ist zusätzlich ein Privatmuseum und zeigt alte ostfriesische Haushaltsgegenstände. Ihr solltet hier unbedingt eine kleine Pause einlegen und es euch am Kamin gemütlich machen.

 

 

 

Am Samstagmorgen machen wir uns dann in aller Frühe auf den Weg nach Bensersiel, da wir uns für einen Tag auf der autofreien Insel Langeoog den Wind um Nase wehen lassen wollen. Mit dem Auto erreichen wir in 5 Minuten Bensersiel.  Am Hafen In Bensersiel stehen ausreichend Parkplätze für Tages,- aber auch Langzeitparker zur Verfügung. Wir haben für das Tagesticket 5 EUR Parkgebühren bezahlt. Für Langzeitparker gilt, ab dem 4. Tag werden pro Tag 4,50 EUR Parkgebühren fällig. Falls ihr das Auto an der Unterkunft stehen lassen möchtet, dann könnt ihr von Esens auch den Bus zum Hafen Bensersiel benutzen. Die Uhrzeiten Bus und Schiff sind aufeinander abgestimmt.

Am Schalter im Hafengebäude werden die Tickets gelöst und wer länger bleibt, gibt hier auch das Gepäck auf. Für uns schlägt die Tageskarte mit 22,50 EUR pro Person zu Buche. Hier sind die Hin-u. Rückfahrt für das Schiff, die Inselbahn und der Kurbeitrag inkludiert.

Informationen zu Preisen findet ihr hier.

Informationen zu Fährzeiten findet ihr hier.

Das Einchecken auf das Schiff geht sehr schnell und nach ca. 40 Minuten haben wir bereits den Inselhafen erreicht. Hier wartet schon die bunte Inselbahn und bringt uns zum Bahnhof Langeoog. Insgesamt dauert die Anreise ab Bensersiel eine abwechslungsreiche Stunde. Am Bahnhof herrscht quirliges Treiben. Gruppen finden sich zusammen, Gepäck wird aufgegeben, Gäste werden abgeholt und es stehen viele Pferdekutschen bereit, die eine Inselrundfahrt anbieten. Wir machen uns aber zu Fuß auf den Weg und schlendern gemütlich Richtung Zentrum.

 

 

Vorbei an gemütlichen Häusern und grünen Parks geht es in das Zentrum. Kleine Geschäfte, Boutiquen, Cafes und Restaurants laden zum Stöbern und Verweilen ein. Und bald erhaschen wir auch schon einen Blick auf das Wahrzeichen Langeoogs, den Wasserturm. Er thront 33 m über Meereshöhe auf einer Düne und kann von März bis Oktober auch besichtigt werden. Auf dem Weg zum Wasserturm kommen wir aber zunächst an der Bronzestatue ‚Lili Marleen‘ vorbei, die lässig an der Straßenlaterne lehnt. Das Standbild haben die Langeooger der Sängerin Lale Andersen gewidmet, die mit dem Lied „Lili Marleen“ einen Welterfolg hatte. Sie hat viele Jahre auf der Insel gelebt hat und liegt dort auch begraben.

 

 

Vorbei geht es an Lili Marleen/Lale Andersen und dem Wasserturm und der Blick geht auf eine letzte Düne, hinter der sich Strand und Meer verstecken. Auf dem Weg zum Meer genießen wir aber noch die Vorfreude auf das Meer und die Aussicht auf ein paar fröhlich bunte Holzhäuser, die keck aus der Dünenlandschaft herausragen. Und direkt hinter den bunten Häuschen erhebt sich, auf dem höchsten Punkt der Insel, die Strandhalle. In diesem Restaurant/Cafe machen wir es uns später auch noch gemütlich und genießen einen traumhaften Blick auf Strand und Meer. Die farbigen Holzhäuser, die an Helgoland erinnern, werden in ein paar Wochen mit Leben gefüllt sein. Kleine Shops, Cafes und ein eine Bernsteinschleiferei sind geplant.

Aber jetzt geht es zunächst einmal an dem scheinbar endlos langen Strand entlang. Unterschiedlich bunte Holzhäuschen des DLRG sorgen im Sommer dafür, dass man den eigenen Strandabschnitt schnell wieder findet und dass die Mitarbeiter des DLRG ein Auge auf die Strandbesucher und das Meer haben können.  Heute lockern sie als Farbtupfer den grauen Himmel vor grauem Meer ein wenig auf. Aber auch dieses Farbenspiel, die Ruhe am Strand und der Geruch nach Meer machen Lust auf ein paar Tage mehr auf Langeoog. Hier kann man die Seele baumeln lassen und die Alltagswehwehchen vergessen.

 

 

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Für uns heißt es aber nach ein paar Stunden Inselfeeling aber schon wieder Abschied nehmen und es geht mit der Inselbahn zum Hafen und von dort zurück nach Bensersiel. Aber ich werde bestimmt mit Zeit im Gepäck noch einmal wieder kommen, um die Insel mit dem Rad, zu Fuß und vielleicht auch mit der Pferdekutsche wirklich kennenzulernen und zu entspannen.

Ein ausgebautes Rad- und Wanderwege-Netz machen die Erkundung einfach und ein paar Verleihstationen für Fahrräder sorgen dafür, dass man nicht unbedingt das eigene Fahrrad mitbringen muss. Falls das Wetter mal nicht mitspielen möchte, dann lädt ein Erlebnisbad zum Verweilen ein. Bei gutem Wetter ist Baden, Surfen oder Segeln angesagt. Und für die Golfer unter euch, ein 9-Loch Golfplatz direkt am Deich wartet schon. Informationen zur Insel und Aktivitäten findet ihr unter www.langeoog.de.

 

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Am Sonntagmorgen soll es dann schon wieder nach Hause gehen. Aber als beim Aufwachen ein blauer Himmel durch den Vorhang blitzt, werden die Pläne noch einmal ein wenig umgestrickt. Das kleine Hafenstädtchen Neuharlingersiel soll sehr schön sein. Also heißt es zwar packen, aber nach dem Frühstück und dem Auschecken machen wir uns auf den Weg in das ca. 8 km entfernte Hafenörtchen. Ein Parkplatz ist am noch recht frühen Morgen an der Touristeninformation schnell gefunden und nach ein paar Metern stehen wir auch schon mitten im Hafen. Bezaubernde rote Häuschen, bunte Fischkutter und ein blauer Himmel strahlen mit der Sonne um die Wette. Auf den Bänken sitzen trotz des frühen Morgens schon viele Menschen und genießen die Ruhe und das entspannte Treiben rund um das Hafenbecken. An den kleinen Cafes und Restaurants herrscht geschäftiges Treiben, denn die Tische werden hübsch eingedeckt, die Sonnenschirme geöffnet und die Sitzkissen bereit gelegt. Herrlich für den, der es genießen kann…

 

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Gemütlich bummeln wir an den Häusern entlang, werfen ein paar verstohlene Blicke in süße Cafes und stehen schon bald am Wattenmeer. Der Strand mit seinen blauen, weißen und roten Strandkörben wirkt noch sehr verschlafen, aber auf den Spazierwegen am Meer sind schon viele Menschen unterwegs. Die Stille, der Geruch von Meer, die wunderbare Sicht auf Wattenmeer und blauen Himmel machen uns den Abschied schwer. Aber, da wir einmal im Jahr ein Mutter-Tochter-Wochenende machen und meine Mutter das Ziel vorgibt, hat sie für das nächste Jahr schon entschieden…

 

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Vielleicht könnt ihr mit den Tipps für die Nordseeküste an einem Wochenende etwas anfangen und wir wünschen euch viel Spaß, solltet ihr dort ein Wochenende genießen!

Einen Bericht über Langeoog findet ihr auch bei der lieben Simone vom KultReiseblog…

Langeoog: 10 Gründe für einen Urlaub auf der langen Insel

 

 

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